Keksdose mit Ausstech-Plätzchen aus Mürbeteig

Weihnachtsbäckerei – diese Plätzchen sind immer dabei

Kategorie: Allgemein

Plötzlich ist er da – der Winter, der Dezember, die Adventszeit. Auch wenn im Supermarkt schon lange die Regale voll sind mit Weihnachtsgebäck und Schokolade – besser vorbereitet bin ich dadurch trotzdem nicht. Jetzt –  am ersten Adventswochenende – habe ich also mal wieder beschlossen, ab jetzt die Uhren auf “Weihnachten” zu stellen. Heißt unter anderem: mehr Kerzen, mehr Zeit für die Familie, mehr Vorlesen UND natürlich “die ersten Plätzchen backen”!

Zwischen weihnachtlichen Gefühlen und Wahnsinn

Ich weiß nicht warum, aber jedes Jahr freue ich mich auf das gemeinsame Plätzchen backen – obwohl tief in mir die Erkenntnis schlummert, dass das immer irgendwie eskaliert. Aber es gehört einfach dazu und besonders mit Kindern, möchte man diese Zeit auch einfach intensiv erleben. Intensiv heißt ja nicht zwangsläufig nur schön 😉

Alles ist gut vorbereitet: die Küche ist aufgeräumt (für die bessere Atmosphäre), weihnachtliche Musik im Hintergrund und der Teig für die Ausstechplätzchen ist gekühlt und startklar. Wir machen immer zuerst ein paar simple Ausstechplätzchen aus Mürbeteig.
Das ist einfach genau die Prozedur, auf die unsere Kinder die ganze Zeit warten.
Zum Glück sparen wir uns das Verzieren der Kekse – uns schmecken sie pur einfach am besten!

Ausstech-Plätzchen – Zutaten für eine prall gefüllte Keksdose

Fertige Ausstech-Plätzchen

Der Teig benötigt nur wenige Zutaten und oft hat man diese sogar ohne Planung im Haus!

Zutaten:

  • 400 g Mehl
  • 2 Teelöffel Backpulver
  • 150 g Butter (bestenfalls Zimmertemperatur)
  • 150 g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 Päckchen Vanillezucker

Zunächst Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben. Dann die Butter in kleinen Stückchen darauf verteilen. Ei, Zucker und Vanillezucker hinzugeben und alles mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Man kann auch zunächst mit einer Maschine und Knethaken alles durchmengen – früher oder später muss man aber trotzdem mit den Händen ran 😉 Das Ganze ca. eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen bevor es los geht.

Wichtig: Um Frust bei allen Familienmitgliedern zu vermeiden muss man unbedingt ordentlich Mehl auf der Arbeitsplatte und dem Nudelholz verteilen. Andernfalls bleibt alles kleben.
Während unserem gesamten Back-Sonntag lief der Ofen konstant auf ca. 165°Grad Umluft. Die Backzeiten variieren je nach Plätzchendicke.

Plätzchen ausstechen

Die Ausstechplätzchen sind im Ofen und die ersten Wutanfälle des Zweijährigen verraucht (wieso muss dieser leckere Plätzchenteig auch unbedingt auf das Blech und in den Ofen???) – widmen wir uns also der Teigzubereitung meiner absoluten Lieblinge: Heidesand-Gebäck 🙂 Jedes Jahr fasziniert es mich aufs Neue, welche unglaublichen Aromen  dabei freigesetzt werden, obwohl die Zutaten im Grunde identisch sind mit den Ausstechplätzchen! Das Geheimnis dabei liegt an der Verarbeitung der Butter…

Heidesand – nicht besonders schön, aber köstlich

Heidesand Plätzchen

Zunächst die übersichtliche Zutatenliste:

  • 280 g Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 EL Milch
  • 380 g Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver

Die Heidesand Plätzchen brauchen eine gute Vorbereitung – den wichtigsten Schritt sollte man mindestens eine Stunde vor der eigentlichen Teigzubereitung durchführen. Kann man aber auch am Tag davor erledigen:

Teig-Zubereitung Schritt 1

Die Butter in einen kleinen Topf geben (wir nehmen immer einen einfachen aus Edelstahl) und bei ordentlicher Hitze “schmelzen” lassen. Unter ständigem Rühren lässt man sie nun weiter brutzeln und bräunen. Wir bräunen zugegebenermaßen immer so lange, bis sich kleine braune Partikel am Topfboden sammeln. Nicht schwarz sondern karamellbraun.

Jetzt muss die Butter abkühlen, bevor sie weiterverarbeitet wird. Ich stelle sie immer nach draußen – im Winter ist es ja meistens recht kühl 😉

Teig-Zubereitung Schritt 2

Die abgekühlte Butter nun in ein Rührgefäß geben und schaumig rühren. Je nach Härte kann das eine Weile dauern. Anschließend Zucker, Vanillezucker und Milch zugeben und zu einer weißen, leicht schaumigen Masse verrühren. Mehl mit dem Backpulver vermischen. Ungefähr zwei Drittel des Mehls lassen sich dann noch in den Teig einrühren – den Rest muss man dann mit der Hand einkneten. Die fertige Masse fühlt sich leicht bröselig/sandig an, klebt auf Druck aber trotzdem zusammen. (Ist der Teig zu trocken, kann man noch vorsichtig einen Teelöffel Milch hinzu geben.)
Ich forme dann immer so ca. 3-4 cm dicke Rollen und stelle diese (in Frischhaltefolie gewickelt) für ca. 15 Minuten in den Kühlschrank.

Heidesand Teig

Endlich kann der Teig verarbeitet werden und das tolle ist, dass man keine Förmchen benötigt! Bevor die Kinderhände alles weg naschen können, sind die Rollen in Scheiben geschnitten und mit ausreichend Abstand auf dem Backblech verteilt. Ab in den Ofen damit!

Pausen müssen sein – schließlich soll es ja besinnlich bleiben!

Die Anziehsachen sämtlicher Familienmitglieder sind mittlerweile voll mit Mehl und Teigresten. Die Lust der Kinder, beim Backen zu helfen, ist irgendwo zwischen dem ersten Probieren der fertigen Ausstechplätzchen und dem Naschen des Heidesand-Teigs verloren gegangen. Die Küche sieht schon ein bisschen aus wie ein Schlachtfeld – wir haben also nichts mehr zu verlieren! Ich nehme mir also die Zeit für einen leckeren, weißen Glühwein. Nicht selbst gemacht, aber eine tolle Empfehlung aus dem kleinen Getränkemarkt unseres Vertrauens. Der Glühwein tut gut und ich fühle mich wieder stark genug für die dritte Ladung Kekse – ebenfalls ein Klassiker, auf das nötigste reduziert 😉

Kokosmakronen pur – ohne Schoki ohne Boden

Kokosmakronen

Definitiv nicht jedermanns Sache, aber bei uns haben sie ausreichend Fans, so dass Mitte Dezember wahrscheinlich schon keine mehr übrig sind!

Hier die Zutaten:

  • 6 Eiweiß
  • 300 g Zucker
  • 150 g Puderzucker
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 400 g Kokosraspel

Hauptbestandteil ist der Eischnee – dafür muss man also erstmal das Eiweiß steif schlagen, was bei sechs Eiern ein wenig Geduld bedarf. Ist das erledigt, können Zucker, Puderzucker und Vanillezucker beigemischt werden. Zu guter Letzt noch kurz die Kokosraspeln unterrühren. Die letzten Jahre habe ich die Kokos-Häufchen dann immer mit zwei kleinen Teelöffeln “geformt”. Nicht das hübscheste Ergebnis aber schnell und effektiv.
Dieses Jahr wollte ich schlauer sein und meinen Spritzbeutel füllen, aber das war (auch ohne Tülle) ehrlich gesagt ziemlich harte Arbeit, die doch sehr zähe Masse da durch zu zwängen… nächstes Jahr also wieder ohne Schnickschnack.

Die Kokosmakronen müssen dann noch für ca. 15 Minuten auf das untere Backblech und während sie so vor sich hin bräunen, können wir endlich wieder alles auf “Normalzustand” setzen. Heißt: Küche sauber machen und zwischendurch die fertigen Werke probieren.

Plätzchen backen hat also – realistisch betrachtet – oft wenig mit vorweihnachtlicher Romantik zu tun, aber das Ergebnis ist es wert!  Die Keksdosen sind voll und der Inhalt schmeckt 100 Mal besser, als gekaufte Ware aus dem Supermarkt. Und man weiß, was drin ist: Zucker, Zucker und nochmals Zucker 😉

Zum Glück ist nur einmal im Jahr Weihnachten….

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